Hanaus ältester Stadtteil stellt sich vor

Begleiten Sie uns auf dem Weg durch die Geschichte:
Von Chezsilstat nach Kesselstadt

- ein Bericht von Kurt Ortner -

Die Region wird geologisch geprägt, als sich vor 14 Mio. Jahren der vulkanische Vogelsberg erhebt und aus Spalten gewaltige Mengen Lava entläßt. Diese fließen bis nach Wilhelmsbad, teilweise über den Main, wo sich in der Höhe des jetzigen Schloß Philippsruhe eine Furt bildet. Nördlich bildet sich die Hohe Straße und zwischen dieser Anhöhe und abfallend zum sumpfigen Main- und Kinziggebiet entsteht eine fruchtbare Siedlungsfläche. Spuren gehen 7 tausend Jahre zurück, an den Flüssen siedelten Kelten.
Das Kinzigdorf, Fischerdorf, Pfarrdorf Kesselstadt ist älter als Hanau. Der Raum um das Mainknie und die Furt spielte für die Römer eine wichtige Rolle. Dazu gehörte die Steinheimer Mainspitze und Kesselstadt, als Versorgungsweg zur fruchtbaren Wetterau, aber auch als Grenze zwischen der römischen Provinz Obergermanien und Germanien. 85 n.Chr. entsteht hier ein Teilabschnitt des Obergermanisch-Rätischen Limes, 88-90 im späteren Ortskern ein 14 ha großes Steinkastell, 92 eine Römerbrücke über den Main und ein kleineres Holzkastell am Salisberg. Ein älteres und ein jüngeres Bad im Bereich des Kesselstädter Friedhofes wird eingerichtet, Funde geben interessanten Aufschluß.
234 und 260 wird der Limes durch die Alamannen überrannt, anschließend gehört Kesselstadt zum Alamannenland. Um 500 beginnt die Besiedelung durch die Franken. Im 8. Jh. wurde auf den Grundmauern des Kastells in der Ortsmitte ein Hofgut nachgewiesen. Auch eine Weberwerkstatt, im Frankengau. 1059 wird erstmals "Kezzilstat" urkundlich genannt, von einem fränkischen Königsgut "Chezsilstat" wird gesprochen, ein Krongut, ein Salgut (Name Saliberg ?) Der Name Kesselstadt kommt wohl von Locus Castelli.
1160 ist der Grundbesitzer in Kesselstadt Mariengredenstift Mainz, mit 4 Herrenhöfen, 4 freie Wirtschaftsgüter, 6 abhängige Bauernstellen ( Villikation, typische Betriebsgemeinschaften in dieser Zeit.) Kesselstadt wird als Stammsitz einer Familie Kesselstat genannt, niederer Adel mit Grundbesitz. Die Herren von Buchen und Hanau , Besitzer oder Lehhnsherren von Grund und Boden, beauftragt die Familie von Kesselstat mit der Verwaltung der Krongüter in Kesselstadt und Bruchköbel. Um diese Güter bilden sich kleine Siedlungen mit Ansiedler, Leibeigene, Freigelassene. Eine Reihe von Namensnennungen, Besitzveränderungen zeugen von frühen Aktivitäten. 1237 haben die Landesherren von Bücherthal einschl. des Dorfes Kesselstadt, die Herren von Hanau-Dorfelden mit Heinrich II von Hanau Grundstücke getauscht: Mühle, Fischerhütte, jetzt im Bangert und im Emmerich. Dabei wird der Wald "Mulnloch" (Milch) den Antonitern im Kloster Roßdorf geschenkt. Kesselstat war zunächst wahrscheinlich eine Herkunftsbezeichnung, erst später ein Familienname.
1275 wird erstmals eine Kirche in Kesselstadt beschrieben. Am Lindenrain, einer alten Gerichtsstätte, am Ort der heutigen Friedenskirche. Sie war Maria-Magdalena geweiht.Ein Rektor zu Kezzilstat mit Name Konrad, genannt Spiegel, ein Advocatus oder Vogt des Mainzer Bistums wird in einer Urkunde von einem Godboldus o.ä. als Zeuge genannt. Am Main bei Kesselstadt bestand ein Zollturm, dort wurden von vorbeifahrenden Schiffen Zoll erhoben. 1432 wird berichtet, daß unterhalb der Kirche, "uff den Lindenrayn," im Schatten der Linden das öffentliche Dorfgericht tagte. Vor den Schöffen hielt Schultheiß Myrbode zu Kesselstat Gericht, ein Vorfahre der Familie Meerbott. Hier erfolgten Bekanntmachungen, das Weistum, wurden Abschlüsse getätigt. Unter Linden, dem deutschen Nationalbaum. 1564 wurde bei einer Pfarr-Kompetenz in Kesselstadt 44 Haushaltungen erwähnt, x 5 Personen = ca. 220 Einwohner. Die Gemarkung hatte 362 ha Land, aufgeteilt in Oberfeld, Mittel- und Unterfeld und wurde nach der von Karl dem Großen eingeführten 3 - Felderwirtschaft bearbeitet. 1643 geht die eigenständige Gemeinde an die Herren von Kesselstat. Politisch gehört es zum Amt Büchthal mit Sitz in Hanau und untersteht der Grafschaft Hanau. Seither sind die Geschicke Kesselstadt's mit der Geschichte von Hanau verknüpft. Die Grenze Kesselstadt - Hanau verlief am Mainknie, dort, wo früher die Kinzig in den Main floß, später der Mainkanal nach Hanau entstand, im Kinzdorf. Flußläufe waren als Siedlungsgebiet früh gesucht.
Sie boten Nahrung als Tiertränke, Fischgrund, Transportwege für die Schiffahrt, Flöße, Überquerung durch Furt und Brücken. Kesselstadt entstand im Kinzigdelta bzw. an der Kinzigmündung in den Main. Die Kinzig bot vielen Mühlen Wasser-Antriebskraft, war Transportweg für Holz aus dem Spessart, die Trift. Die Stämme wurden bis zur Mündung geflößt, dort zu großen Flößen gebunden oder auf Schiffe geladen und teilweise nach Holland gebracht, wo sie für Schiffbau, für Mühlen und Häuser sehr begehrt waren. Eine Holzsäge an der Kinzigmündung verarbeitet weiteres Holz. Da die Tuch- und Seidenfärberei den Fischbestand der Kinzig beeinträchtigte, wurde dafür ein extra Bachbett angelegt. Als 1732 in Hanau eine Seidenfabrik entstand, wurden Maulbeerbäume importiert und in Kesselstadt Seidenraupen gezüchtet. Die Mainschiffahrt kam früh zum Zuge, zunächst mittels Leinenreiter, Treidler, dann als Marktschiff zwischen Hanau und Frankfurt und 1886 - 1937 als Kettendampfer (Mainkuh).
Hochwasser überschwemmte immer wieder die Region, besonders 1682, 1784, 1921, 1995 und 2003. Das Wappen Kesselstadt's, auf blauem Grund ein senkrecht gestellter Bootshaken, silber, von zwei silbernen Sternen eingefaßt, die den Flüssen Main und Kinzig entsprechen sollen, ist erstmals als Kesselstädter Gerichts-Insigel mit der Jahreszahl 1755 bekannt geworden.
Nicht immer ging es friedlich zu. Die Hanauer Dörfer, besonders Kesselstadt leiden unter Übergriffen Frankfurter Söldner in der Cronberger Schlacht (Kampf zwischen dem Adel und der Stadt Frankfurt 1386-1389). 1606 Feuerbrunst, Pest. Im 30 jährigen Krieg wird Kesselstadt mehrmals zerstört. 1634 durch Bernhard von Weimar. 1634-35 wüten die Kroaten. Mitte 1635 lagern die Kaiserlichen Truppen vor von schwedischen Truppen besetztem Hanau auf den Feldern von Dörnigheim, Hochstadt und Kesselstadt und vernichten die Ernte. Im September 1635 errichtet General Lamboy, der Belagerer Hanau's Hauptlager und Quartier sowie mehrere Schanzen in Kesselstadt. Im Juni 1636 naht die Armee des Landgrafen Wilhelm V von Hessen-Kassel sowie schwedische Truppen. Schwere verlustreiche Kämpfe am 13. und 14. Juni beim Siechenhaus (Rosenau) führen zur Räumung des Lagers Kesselstadt und Lamboy wird besiegt. Am Ende des 30 jährigen Krieges schrumpften Kesselstadt's Anwohner auf 14 Personen.
Die Reichsgrafen von Kesselstatt haben ihren Ursprung in einer Familie in Kesselstadt. 1297 erstmals " als Kesselstatt die Herren von Hanau" wird über diese adelige Familie mit Herrensitz in Kesselstadt berichtet. Sie teilt sich, Mitglieder gehen nach Montabaur /Ww, um als Mundschänk, Verwalter auf der Burgfeste zu dienen. Damit beginnt ein steiler Aufstieg der Familie am Mittelrhein, Mosel, Eifel und Besitz und Wohlstand werden vergrößert. Ämter bis zum Trierer Domkapitel und der Reichsgrafenstand wird erworben. Schloß Föhren bei Trier, im Besitz des heute dort lebenden Herrn Rudolf Reichsgraf von Kesselstatt sowie 4 große Weingüter, die im Umfeld von Trier unter der Marke "Reichsgraf von Kesselstatt" produzieren , das Palais Kesselstatt am Dom zu Trier geben Zeugnis der heutigen Aktivitäten.
Zurück nach Kesselstadt: 1736 starb der letzte Hanauer Graf Johann Reinhard III von Hanau-Lichtenberg und die Grafschaft fiel an das Landgräfliche Haus Hessen-Kassel. 1806 wird Kesselstadt und Hanau von den Franzosen unter Napoleon besetzt. Sie schleifen Hanau's Befestigungsanlagen und beschlagnahmen Schloß Philippsruhe. Napoleon schenkt es seiner Schwester Pauline. Die Schlacht bei Hanau 1813 brachte Napoleon den letzten Sieg auf deutschem Boden und der Bevölkerung weiträumig Hunger, Not, Nervenfieber, Typhus. 1866 wird Kesselstadt und Hanau von Preußen besetzt. Nun zur Kirche: Schon kurz nach Beginn der Christianisierung, um 750, entstand im Fischerdorf Kesselstadt eine Kirche auf dem Boden eines fränkischen Königsgutes. 1149 gehörte Kesselstadt zum Bistum Mainz, das Stift Sancta Maria ad Gradus war der Grundherr, das Patronatsrecht der Kirche übte das Kloster Naumburg bei Windecken aus. Im gleichem Jahr ging das Kloster samt Patronat in den Besitz des Klosters Limburg a.d.Haardt bei Bad Dürkheim über. Von diesem Kloster kaufte 1561 der Hanauer Graf Philipp III die Patronatsbefugnisse, den Pfarrsitz Kesselstadt sowie das Kloster Naumburg. Im bisher katholischen Kesselstadt macht sich ab 1531 die Reformation bemerkbar. Nachdem 1553 der letzte katholische Pfarrer starb, wurde mit 1. ev. Pfarrer, Magister Cless, Windecken die Reformation hier eingeführt. Der reformiert geprägte Landesherr, der Hanauer Graf Philipp Ludwig II festigte in seiner Amtszeit das reformierte Bekenntnis. Als 1642 die Linie Hanau-Münzenberg ausstirbt und lt. Erbvertrag die Linie Hanau-Lichtenberg regiert, die lutherisch glaubt, bildet sich auch in Kesselstadt 1692 eine kleine lutherische Gemeinde, die 1734 die lutherische Reinhardskirche bekommt. Anläßlich der Hanauer Synode wird 1818 die Hanauer Union gegründet, die evangelisch unierte Kirchengeneinschaft Hanau und Kesselstadt, mit der Vereinigung der reformierten und lutherischen Kirchen. Bis dahin war das Obergeschoß der Reinhardskirche Kirche, im Untergeschoß lutherische Schule und Wohnung des Schulmeisters. Nach 1818 war der Kirchenraum leer, es wurde umgebaut und das Obergeschoß wurde Ratsstube. Nach 1907 nur Schulhaus, bis 1964. Seit 1977 Nutzung als Bürgerhaus. Nun zur Friedenskirche. Die 1275 erste erwähnte Kirche wurde 1470/71 umgebaut oder durch einen Neubau ersetzt. Maria Magdalena geweiht. Sie wurde mehrfach umgebaut, 1737 ein neuer Turm zugefügt. 1903 Abbruch der inzwischen baufällig gewordenen Kirche. Dabei Funde im Chor einer alten fränkischen Kirche. 1904 Neubau einer neugotischen Kirche, der ev. Friedenskirche, jetzt in Nord-Süd-Stellung. Einweihung im Sept. 1904. 2004 = 100 Jahre Friedenskirche.
Katholische Kirche St. Elisabeth. Nach der Einführung der Reformation 1554 in Kesselstadt gab es keine katholische Gemeinde und Kirche im Umfeld von Hanau. In Kesselstadt wurde 1909 in der Hopfenstr. 6 ein Betsaal eröffnet,1910 in der Kastanienalle / Ecke Hopfenstraße ein Missionshaus mit Kapelle gebaut und St. Elisabeth geweiht. Die bisher zu Maria Namen, Hanau gehörige Kurie wird 1925 selbständig und 1963/64 erfolgt ein Neubau der kath. Pfarrkirche mit Turm, St. Eilsabeth 1964 geweiht. 2004 = 40 Jahre Kirche und 95 Jahre kath. Pfarrgemeinde.
2000 hatte Kesselstadt 12 T Einwohner, davon 3,3 kath., 3,7 ev. 5,0 andere. Kesselstadt's Friedhöfe: Friedenskirche von 1000 bis 1844, Am Salisweg 1844 bis 1901 und Am Baumweg ab 1901. Weitere Kesselstädter Bauten: Schulgebäude. Schöne Aussicht, Schwanen, Schul- und Küsterhaus Hauptstr. 3. Altes Rathaus Reinhardskirche 1734 - 1964, Mittelstr. 13 (Bauer Brehm) 1879 - 1964, Neubau Turnhallengebäude (jetzt Kindergarten Walldorf) 1905, Pavillon im Hof der Reinhardskirche. Neubau der Wilhelm-Geibel-Schule 1964 (Name des letzten Bürgermeisters vor 1907). Die ersten Schulen waren dem Grafen und damit der Kirche unterstellt, später war der städtische Rat auch Schulträger. Lehrer waren entweder der Pfarrer, der Glöckner oder Küster, später Schulmeister. Kesselstadt's erster Lehrer war ab 1560 Glöckner Hirst. Nach der Eingemeindung in Hanau 1907 war die Schule in Kesselstadt die Bezirksschule IV. Eine Badeanstalt, Volksbrausebad bestamd ab 1907 bis im 2. Weltkrieg, Wiedereröffnung 1946, Abriß 1977. Der Turnverein Kesselstadt geht auf die Gründung der Turngemeinde Kesselstadt 1860 zurück. Umwandlung in Turnverein 1863. 1943 wurde die Turnhalle durch Fliegerbomben zerstört, später wieder aufgebaut.
Olof Palme Haus. Ehemaliger Adelshof der Familie Lautern. Kaufmann Georg Christ verdiente in USA Geld, heiratet Cordelia Mortimer und erwarb 1857 den Besitz. Für sie wurde die Villa umgebaut, im Stile eines südstaatlichen Herrenhauses in USA. Er baute sich an der ehemaligen Hintergasse den "Krebseturm", später abgerissen. Nach dem Tode der Familie wurde das Anwesen Haus der Jugend, nach dem Krieg Amerikahaus. Heute Theater u.ä.
Die Eingliederung Kesselstadt's in Hanau erfolgte am 1. April 1907. Die bisherige Landgemeinde Kesselstadt wird vom Landkreis getrennt und dem Stadtkreis Hanau zugeordnet. So geht das ältere Kesselstadt im jüngeren Hanau auf. Kesselstadt war damals ein wohlhabendes Dorf und Hanau vergrößert sich durch diesen Schritt. An Grund und Boden um 346 ha auf 1525 ha = + 30 %. Einwohner um 2678 auf 34315. Steuern um 31 T Mark auf 648 T.
Was geschah im II. Weltkrieg bzw. nach dem Krieg? Auswirkung hatten die Nationalsozialisten, besonders auf Kirche und Schule. Männer im Fronteinsatz, Gefallene. Luftangriff am 19.03.1945 auf Hanau, Kesselstadt blieb verschont. Ami's besetzten Hanau am 27.03.1945. Zum Kriegsende und danach gab es in Kesselstadt Hanau's einzige Kirche, Schule, Badeanstalt. Es gab Wohnungen und Aussiedlungsmöglichkeiten für Hanauer Geschäfte. Das Rathaus und die Stadtverwaltung zog in das Schloß Philippsruhe. Und es gab Handwerker, Gärtnereien, Lebensmittel-Läden.
Alt-Kesselstadt wurde 1986/87 saniert, die Weststadt 1965 - 75 gebaut. Heute hat Kesselstadt: 12 T Einwohner, davon 2 T = 19 % Ausländer (Rangfolge Türken, Italiener, Jugoslawen)
Otto Hahn Schule, Wilhelm Geibel Schule, Hch. Heine Schule, 7 Kindertagesstätten (Stand Jahresbericht 2000/01)

Ein Schmuckstück Kesselstadt's ist Schloß Philippsruhe. Zunächst als Sommerresidenz zum Hanauer Schloß gedacht, wurde 1701 der Grundstein gelegt, 1712 durch Graf Philipp Reinhard von Hanau-Lichtenberg (dem Namensgeber) mit dem Bau begonnen. Er starb noch im gleichen Jahr und sein Bruder und Nachfolger Johann Reinhard III vollendete 1713 den barocken Bau. Vorbild war das Schloß Clagny bei Paris. Der Innenausbau dauerte jedoch bis 1726. Verbindungsstraßen zum Kanaltor Hanau, Fasanerie und Kurbad Wilhelmsbad entstanden. Der bereits seit 1696 bestehende Schloßpark wird als Barockgarten gestaltet, einen gegen Hochwasser geschützten erhöhten Teil und einen durch die "Goldene Treppe" getrennten Parterre- Baumgarten. 1736 fällt mit dem Aussterben der Hanau-Lichtenberger-Linie auch Kesselstadt an Hessen-Kassel. Landgräfin Maria mit Sohn Wilhelm wohnen im Schloß, 2 Söhne, spätere Kurfürsten werden hier geboren. 1806 besetzt Napoleon die Region, er enteignet das Schloß, um es seiner Schwester Pauline zu schenken. 1870 wird der Schloßpark in einen englischen Landschaftspark gewandelt. 1875 gelangt Schloß und Park in den Besitz des Landgrafen Friedrich Wilhelm von Hessen-Rumpenheim, der 1880 - 84 da wohnt. Es wir umgebaut, zur heutigen Form. Das Tor wird aus Paris bezogen. Es folgt ein bemerkenswert gesellschaftliches Leben und Treiben.
Landgraf Friedrich Alexander von Hessen wohnt bis 1919 im Schloß, danach unbewohnt. 1946 Sitz als Hanauer Rathaus und Stadtverwaltung, 1950 wird Schloß Philippsruhe und Park durch die Stadt Hanau erworben. 1984 Brand im Mansardendach. Im Schloß befindet sich das historische Museum, Papiertheater, Trausaal, Gastronomie usw. Im Park jährliche Brüder-Grimm-Märchenfestspiele, 2002 Teil der hessischen Landesgartenschau.
Zu berichten ist noch über Wilhelmsbad, das zu Kesselstadt gehörte. 1709 finden Kräuterfrauen den guten Brunnen, 1772 wird eine 2. Quelle entdeckt. Erbprinz Wilhelm residiert in Hanau von 1764 bis 1785. In dieser Zeit wir ein schwunghafter Soldatenhandel betrieben und Wilhelm verleiht 2400 Soldaten an seine englischen Verwandten, die diese in Amerika kämpfen ließen.. Mit diesem Geld plante und finanzierte er die Kuranlage, der er auch seinen Namen gab. 1777 bis zur Eröffnung 1779 wird gebaut, aber bis 1785 erweitert. Es wird reichlich Reklame für dieses gesellschaftlich bedeutsame Bad gemacht und hochrangige Gäste gingen ein und aus. Es entstand der "Garten der Empfindsamkeiten" und die künstliche Burgruine diente Wilhelm als Wohnsitz. Wilhelmsbad ist in ursprünglicher Form erhalten, dient heute als Naherholungsziel. Beliebt ist das Hessische Puppenmuseum, das Theater Comoedienhaus, die Sportanlagen und die Gastronomie.